Die Wasserrichter von Corongo in Peru



In der peruanischen Stadt Corongo in der Region Áncash wird die knappe Ressource Wasser schon seit der Vor-Inka-Zeit mithilfe von „Wasserrichtern“ verteilt. Seit Ende 2017 zählt der Brauch zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. Frankfurt/Lima - Jahr für Jahr am 22. März wird der Weltwassertag begangen. Der Tag soll dazu genutzt werden, Maßnahmen rund um das Thema Wasser und Wassersparen zu implementieren und zu fördern. In Corongo, einer Stadt in der peruanischen Andenregion Áncash, wird bereits seit mehreren tausend Jahren ein einzigartiges System zur Wasserverteilung angewendet: das der „Wasserrichter“. Mit Jahresbeginn zum 1. Januar werden freiwillige „Wasserrichter“ für ein Jahr ins Amt gehoben, um eine nachhaltige und gerechte Wasserversorgung für die bestehende und nachfolgende Generationen zu garantieren und Wasserverschwendung zu verhindern. Die „Wasserrichter“ sind die höchste Instanz im Ort, wenn es um das wertvolle Nass geht. Nach der Regenzeit im April und Mai kommen die Dorfbewohner alle zwei Wochen zum Haus des Richters und bitten um ihre Wasserration. Diese wird abhängig von Verfügbarkeit und Bedarf auf Basis der drei Prinzipien Solidarität, Gleichheit und Respekt vor der Natur zugeteilt. Diese Werte sind fest verankert in der andinen Kultur und werden gewissenhaft in Familien und Schulen weitergegeben. Ende 2017 wurde das System der Wasserrichter von Corongo auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen, bereits seit 2013 zählt der Brauch zum nationalen Kulturerbe.